24 Stunde vom Nürburgring – Zusammenfassung
Auch wenn sich die Werksteams von Opel und Volkswagen viel
vorgenommen hatte, stand der Sieger beim 24 Stunden-Rennen vorher fest,
wer sollte der 560 PS starken Zehnzylinder Viper „das Wasser“ reichen?
Dennoch habe ich es nicht bereut, den Nürburgring mal wieder besucht
zu habe. Die Atmosphäre ist einfach phantastisch, die Fans mit riesiger
Musikanlage, Zelten, Bier ohne Ende machen dieses Wochenende zu einem unvergleichlichen
Ereignis. Unserer Hotelwirt meinte nur: „Beim 24 Stunden-Rennen gibt es
Zimmer massenhaft, die Leute sind alles Selbstversorger...“
Als großer Favorit ging daher das Zakspeed-Team mit Zakowski,
Tiemann, Vorjahres Sieger Marc Duez und keinem geringeren als Klaus Ludwig,
dem amtierenden GT-Weltmeister, an den Start.
Aber ich glaube, ob man bei diesem Rennen erster oder letzter wird,
steht bei den vielen Privatfahrern gar nicht so im Vordergrund, ankommen
und mitmachen ist gefragt. Da überholt eine Caterham ein Citroen-Taxi
und der Opel Manta schert sich was um Aerodynamik – Hauptsache der
echte, beleuchtete Fuchsschwanz ist dabei...
Das 24 Stunden-Rennen ist wieder im Aufwind, soviel steht fest. Nach
deutlichem Verlusten an Popularität und 1997 mit nur 30.000 Fans ging
es den Veranstaltern darum ein Mega-Event zu bieten – und dazu gehört
auch eine Viper.
Die 5.000 Opelfans ließen sich auf keinem Fall die Stimmung verderben,
obwohl die Super-Calibra mit 420 PS letztlich die Viper doch ziehen lassen
mußte.
Anders sicherlich die Werksteams von Volkswagen und Audi, die es BMW
nachmachen wollte und mit einem Exoten (Diesel und Erdgas) den Gesamtsieg
zu erringen. Schließlich geht es hier um eine Menge Prestige, einen
superschnellen Diesel TDI über die Rundendistanz von 24 Stunden zu
bringen. Der Diesel Bora hatte Probleme mit den Gelenkwellen, mit der Kupplung,
Lichtmaschine und der Motoraufhängung.
Interessant! Auch die schreibende Zunft war mit am Start, um Motorsport
hautnah mitzuerleben. Die Kollegen Übler, Albig, Stalmann und Hofmayer
fuhren beispielsweise im Münchener Steinlein-Team mit. Ganz weit vorn
war keiner von ihnen, sie können halt besser schreiben als fahren...
Auch der interessante Erdgas Abt-Audi A4 mußte schon früh
mit einem gerissen Zahnriemen an die Box. Diagnose Motorschaden. Der Tausch
des Motors – eigentlich verboten – konnte letztlich doch nicht den Erfolg
bringen.
Harald Grohs unsere Rennsport-Ikone kam als Dritter ins Ziel.
Eigentlich sollte im letzten Jahr mit seinem fünfzigsten 24 Stunden-Rennen
Schluß sein. Wir hoffen, daß Harald auch im nächsten Jahr
wieder seine Hasseröder-Caps verteilt und selbstverständlich
wieder seinen Porsche 911 steuert. |