Fahrbericht
Porshe 996 C4  
1
Einleitung u. Museum
2
Auslieferung
3
Exclusive  
Abteilung
4
Mein 996 C4
5
Motor
6
Fahrwerk
7
Qualität
8
Verbesserungs-  
vorschläge
9
Powerkit
10
PCM-System
11
Zusammen- 
fassung
 
 
 
 
 
Fahrbericht
Porsche 996 C4

Seitenende
|  Zurück: Start  |  Porsche 996 C2 Fahrbericht  |
11 

Zusammenfassung
 

POSITIVES IN KÜRZE

  • Drehfreudigkeit des Powerkit Triebwerks ab 6000 U/min
  • Präzision der PCM Navigation
  • straffes Fahrgefühl
  • direkte Lenkung
  • verbesserter Motor-/Auspuffklang
  • Verarbeitungsqualität
  • Litronic Scheinwerfer (erstklassiges Licht, starke Optik)
  • Sport Design Felgen (erstklassige BBS Qualität)
  • PSM System mit Allrad (mit kleinen Einschränkungen)
  • großes Schiebedach
  • Bedienbarkeit des PCM Systems
  • Sportsitze (sehr guter Seitenhalt)
  • hohe Fahrstabilität bis in extrem hohe Geschwindigkeitsbereiche
  • trotz 10 mm Sportfahrwerk als Kompromißlösung: sehr hohe Fahrdynamik
  • Getriebe leicht und präzise zu schalten
  • viel Gepäckraum, wenn auf Rücksitze verzichtet werden kann
  • Ölverbrauch (ca. 0,3 l / 1000 km und sinkend)
  • neue ISIS Softwareversion 3.67 PCM System (SMS Versand endlich möglich)
  • Design (immer mehr Leute drehen sich nach ihm um oder hinterlassen ihre Fingerabdrücke auf den Scheiben)
  • Klimatisierung
  • Windgeräusche
  • neue Scheibenwaschdüsen
  • digitale Ölstandsanzeige im Cockpit (wenn auch nicht sehr genau)
  • automatische Geschwindigkeitsregelung (Tempomat)

Oben Unten NEGATIVES IN KÜRZE

  • Plastikhörer des PCM Systems
  • Durchzug des Motors unter 5000 U/min
  • Benzinverbrauch zu hoch
  • Fahrleistungen des Powerkits, zumindestens rein subjektiv, nicht berauschend
  • PSM System bei extremen Fahrmanövern hin und wieder zu einschränkend
  • Continental Reifen (leise aber ansonsten ...)
  • Lautsprecher des Klangpakets
  • E-Gas beim Powerkit Motor rein subjektiv unpassend (ohne E-Gas schien der Powerkit spritziger)
  • Abregelung des Motors bei 7400 U/min
  • Drehzahlmesser: roter Bereich fängt bereits bei 7200 U/min an.
  • Klimaanlage und Lederausstattung nicht Serie
  • 10 mm Sportfahrwerk (M030) nur fauler Kompromiß, leichte Seitenneigung in Kurven
  • Leder stinkt bei längerer direkter Sonneneinstrahlung
  • Benzintank zu klein
  • Untersteuerneigung des Fahrwerks
  • keine 285er Reifen auf der Hinterachse des C4 möglich
  • Serienausstattung mehr als mager (Klima, Leder und Litronic sollten Serie sein)

Oben Unten FAZIT

Mein 996 C4 mit 320 PS Powerkit ist ein echter Porsche, trotz Allradantriebs und PSM. Ein Vergleich mit früheren C4 der Baureihe 993 oder gar 964 verbietet sich vollends, da sich beim 996 C4 praktisch das gleiche Fahrgefühl wie beim 996 C2 einstellt, was von früheren Allradversionen des 911 nicht gerade behauptet werden kann. 

Im direkten Vergleich mag der C4 eine etwas schwergängigere Lenkung besitzen aber dies gereicht sicherlich nicht zum Nachteil, im Gegenteil. Das PSM System ist ein Geniestreich zumal es in der Regel fast unmerkbar einschreitet und den allzu forschen Fahrer in seine Schranken weist, wenn auch selten ein wenig zu deutlich. Der Durchzug im unteren Drehzahlbereich, die Abregelung bei 7400 U/min und die starke Untersteuerneigung des Fahrwerks trotz PSM stellen für mich persönlich ein deutliches Manko dar, wobei es sicherlich ein Leichtes für die PAG sein sollte, diese Mißstände zu korrigieren. 

Ein permanentes Ärgernis bleibt auch der Plastikhörer des PCM Systems und die recht „faden“ Continental Reifen, die zu so einem Fahrzeug einfach nicht passen wollen. Bei einem so teuren Fahrzeug ist es auch unverständlich, daß die Klimaanlage und die Ganzlederausstattung als Extra bezahlt werden müssen. Sehr bedenklich ist auch die Tatsache, daß es Porsche einfach nicht zu schaffen scheint ein richtiges Sportfahrwerk auf die Beine zu stellen oder dem 996 wenigstens optisch durch eine stärkere Absenkung der Karosserie zu mehr Elan zu verhelfen.

Oben Unten Ich bin mir sicher, daß Porsche in Zukunft ein paar nette Ideen auf Lager hat (996 Turbo, 996 Targa oder auch 996 C4S) aber es wäre für uns Kunden doch sehr wünschenswert, wenn man sich auch ein wenig um Defizite bei den aktuellen Modellen kümmern würde und diese Defizite auch entsprechend zu mindern sucht.
Wie schon erwähnt kann ich den 996 C4 mit Powerkit nicht uneingeschränkt empfehlen, da der Powerkit nicht nur sehr hohe Drehzahlen für eine standesgemäße Fortbewegung braucht sondern auch subjektiv nicht unbedingt die Leistung bringt, die man sich vielleicht insgeheim erhofft. Der relativ hohe Benzinverbrauch stellt auch ein großes Problem dar und weder die stark untersteuernde Fahrwerksauslegung noch diese verflixten Conti Reifen heben den Eindruck, daß man mit dem Kauf des Powerkit Fahrzeugs die richtige Entscheidung getroffen hat.

Das 10 mm Sportfahrwerk stellt auch nur einen faulen Kompromiß dar und kann den sportlichen 911 Fahrer nicht vollständig begeistern. Mein Tip daher für jeden Powerkit Interessenten: wenn schon Powerkit, dann kauft den C2 (er ist gute 50 kg leichter als der C4), zieht 285er Breitreifen auf der Hinterachse auf und entscheidet euch für das neue H&R Sportfahrwerk mit bis zu 60 mm Tieferlegung (einstellbar), wobei man es bei etwa 35-40 mm maximaler Tieferlegung belassen sollte. Angeblich gibt H&R eine Garantie, daß es zu keinen Karosserierissen mit ihrem Fahrwerk kommen soll, so daß man hier wohl ruhig schlafen dürfte. Damit hätte man in meinen Augen den sportlichsten 911 Carrera (abgesehen vom GT3), auch wenn nicht alles von der PAG abgesegnet ist. Der C4 ist aufgrund des Allrades und des PSM zu sehr eingeschränkt und Fahrwerksumbauten oder auch nur breitere Reifen können eklatante Veränderungen des Reaktionsverhaltens der Systeme des C4 hervorrufen. 

Oben Unten Wiederum etwas unverständlich erscheint mir aber die Tatsache, daß die PAG bei Auslieferung des Powerkit Fahrzeuges keinerlei technische Infos zum 320 PS Motor bereitstellt, sei es in Form einer Ergänzung für die Betriebsanleitung oder als Kundeninformation. In dieser Hinsicht besteht meines Erachtens nach ein deutliches Defizit. Ich persönlich bin mit meinem C4 nach über 5000 km Fahrt sehr zufrieden und froh diese Entscheidung getroffen zu haben, zumal ich dieses Fahrzeug auch bei jedem Wetter und im tiefsten Winter benutzen werde. Die nächstbeste Alternative wäre nur der GT3 gewesen aber dann warte ich lieber auf den 996 Turbo, der nicht nur souveränere Fahrleistungen als der GT3 bietet sondern auch noch Ehefrau-tauglich ist und Platz für einen Kindersitz bietet. Porsche baut wieder ganz feine Sportwagen und dafür bin ich sehr dankbar. Wenn man nun auch noch ein richtiges Sportfahrwerk auf die Beine stellt und die kleinen Qualitätsteufelchen austreibt, hat man mich dann vollends vom Produkt Porsche überzeugt. Bis dahin bewahre ich mir meine gesunde Skepsis und hoffe, daß die PAG dazulernt und die Kritik der Kunden sehr ernst nimmt.

Extrem lobenswert war der Service meines PZ Augsburg, von Annahme der Bestellung bis hin zur Auslieferung und auch im Laufe der Wochen nach der Werksabholung. Mein Verkaufsberater Herr Wirth ist in meinen Augen einer der fähigsten Leute der Branche auch wenn er hin und wieder zu sehr durch die rosarote Porsche Brille guckt. 

Oben Unten Für das Defizit der Endkontrolle bei der PAG kann mein PZ nichts und auch nicht für die Tatsache, daß der Fehler (man hatte wegen des hohen Benzinverbrauchs und dem subjektiven Leistungsminus das PST2 angeschlossen und keinen Fehler abgelesen) nicht so offensichtlich zu entdecken war, da ich es selbst ja auch nur durch einen dummen Zufall ersehen konnte. Und wir hatten uns schon alle darauf gefreut, daß mein Powerkit C4 einen so guten Motorklang hat.? Jetzt “schuldet” mir die PAG nicht nur die “Hochzeit” bei der Montage sondern eventuell einen neuen Motor, wenn ich die Kiste in zehn Jahren noch fahren sollte. Ich hoffe, daß man sich das irgendwo bei Porsche notiert hat.? Noch eine kurze Anmerkung zum Powerkit: diese Werksleistungssteigerung hätte ein echter Hit werden können, wenn sich die PAG ein wenig mehr Mühe gegeben hätte. 330-340 PS aus 3.6 l Hubraum und eine Drehzahlbegrenzung bei 7800 U/min wären ein echter Hit gewesen aber mit 20 Mehr-PS für 18000 DM wirkt der Powerkit Motor eher wie reine Geschäftemacherei, auch wenn der Motor wirklich nicht mehr mit dem Standard 300 PS Motor identisch ist. Der Aufwand für die 20 Mehr-PS ist beträchtlich und jeder intelligente Mensch fragt sich nun: warum?! Es beschleicht mich der unangenehme Verdacht, daß die Powerkit Maschine auf 320 PS gedrosselt wurde, um dem GT3 keine Konkurrenz zu machen. 

Ich möchte fast wetten, daß der Powerkit Motor für bis zu 40 Mehr-PS gut ist und ich finde es schade, daß man bei der PAG nicht mutig genug war, die Leistung auf mehr als 320 PS zu erhöhen. Schade und unverständlich ! Selbst 330 PS wären ein guter Kompromiß gewesen. Ein bekannter Tuner meinte erst kürzlich zu mir, daß er gute 340 PS ohne größere Umstände und besondere Belastung des Motors nur durch andere Endtöpfe mit Sportkatalysatoren, einer modifizierten Airbox und einer nur leicht veränderten Motronicsoftware aus dem Powerkit Motor rausholen könnte und ich nehme ihm dies durchaus ab. Wie schön wäre es doch wohl, wenn die PAG ein Tuning fürs Tuning (sprich: Powerkit) anbieten würde. Beim 993 Turbo hatte man ja vorgemacht, wie so etwas funktioniert. Ich wäre jedenfalls der erste Kunde, falls dieses Angebot auch preislich attraktiv wäre, denn nochmals 18000 DM würde ich sicherlich nicht dafür ausgeben. 
<<--Zurück
 

 Seitenanfang
|  Zurück: Start  |  Porsche 996 C2 Fahrbericht  | 
Fotos © by Christian Grünberg
Die namentlich gekennzeichnet Beiträge werden nur vom
Redaktionsbüro Kebschull betreut und entsprechen nicht der Meinung von www.sportwagen-hp.de!
WebDesign © 19.06.1999 Redaktionsbüro Kebschull