Fahrbericht
Porshe 996 C4 
1
Einleitung u. Museum
2
Auslieferung
3
Exclusive-
Abteilung
4
Mein 996 C4
5
Motor
6
Fahrwerk
7
Qualität
8
Verbesserungs-
vorschläge
9
Powerkit
10
PCM-System
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Zusammenfassung
12
nach 8.000km
13
Getriebeproblem

 
 

 

Fahrbericht
Porsche 996 C4


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Getriebeproblem
...nach 8.500 km

Oben Unten Bösen Überraschung...

Ein paar Tage nach dem heroischen Fahrbericht kam leider die böse Überraschung:
Gegen 17 Uhr fahren ich und meine Frau von München kommend auf der A8. Bei etwa 260 km/h mußte ich abbremsen, da sich ein Auto auf der Überholspur befand und als ich bei etwa 180 km/h in den 5. Gang und dann weiter herunter schalten wollte, kam ich aus dem sechsten Gang nicht mehr heraus. Der Schreck war groß und bei einer solchen Geschwindigkeit sicherlich nicht sehr erwünscht. Mit etwa 140 km/h fuhr ich auf der rechten Spur weiter und versuchte alle paar Minuten aus dem 6. Gang in eine niedrigere Gangstufe, ohne jede Gewaltaktion, zu schalten. Es war nicht möglich, es gab auch keine merkwürdigen Geräusche ... es war so als ob ich keine anderen Gänge zur Verfügung hatte, denn in der Schaltgasse ließ sich der Ganghebel bewegen, jedoch die Gänge nicht einlegen.

ObenUntenDa ich bis zu unserem Haus noch ein paar Stadtampeln zu bewältigen hatte, fragte ich mich bereits wie ich es anstellen sollte, an einer Ampel an einer Steigung im 6. Gang anzufahren. Sehr angenehme Gedanken waren das nicht, wie sich jedermann vorstellen kann. Ein paar Kilometer weiter ließen sich ganz plötzlich die Gänge wieder ohne Probleme schalten, als ob niemals etwas geschehen wäre. Nur nach und nach fiel mir dann ein sehr leises metallisches Klacken beim Schalten auf, das allerdings kaum wahrnehmbar war (meine Frau hörte z.B. nichts). Kurz darauf wurde dieses metallische Klacken immer lauter und war dann nach einer kurzen Weile sehr deutlich und lautstark wahrnehmbar, immerhin derart lautstark, dass sich die Leute auf der Straße belustigt oder verärgert nach uns umsahen. Ein paar Minuten später waren wir dann zu Hause angelangt und meine Frau schwor, dass Sie sich nie wieder in einen Porsche setzen würde, da sie es mit der Angst zu tun bekommen hatte. In diesem Augenblick war ich auch so sauer, dass ich gedanklich schon bereits mit der Rückgabe des Fahrzeuges an Porsche Leasing dachte, unter Inkaufnahme aller Konsequenzen.

Nach dem ganzen Ärger mit meinem ersten 996 C2 war der C4 für mich eine Art Neuanfang. Da ich nach über 8000 Kilometern im C4 auch nicht das kleinste Problem hatte, war ich überzeugt die Qualität bei Porsche würde endlich der Preisklasse entsprechen. Pustekuchen!
 
Am Montag wurde mein Fahrzeug sofort nach meinem Anruf bei meinem PZ (die waren entsetzt und keiner wußte dort so recht, was er sagen soll) bei mir zu Hause abgeholt, da ich mit dem Fahrzeug nicht mehr fahren wollte, obwohl der C4 noch fahrtüchtig war. Wenig später fuhr ich dann auch ins PZ und ein Tag Arbeit und viel Geld, das mir niemand ersetzt, waren verloren. Im PZ konnte man zuerst nichts feststellen, bis das Getriebeöl abgelassen wurde. Im Öl fanden sich kleine schwarze Plastik(?)stückchen und es war daraufhin eindeutig klar: es muss ein neues Getriebe rein.
Kein Kommentar!

ObenUntenMein „Teilemann“ setzte sich sofort ans Telefon und etwa zwei Stunden später war ein Getriebe organisiert, wobei ich darauf bestanden hatte (deshalb auch die Wartezeit auf eine Rückantwort vom Werk) ein nagelneues Getriebe und kein Austauschgetriebe zu erhalten. Nach dem Ausbau des Getriebes stellte dann der Mechaniker auch noch einen undichten Motorsimmering/Kurbelwellendichtring und eine weitere Undichtigkeit im Bereich des Motors fest. Für mich war das ein Schock und ich war stinksauer! Die Leute in meinem PZ beruhigten mich und teilten mir mit, dass dies kein gravierendes Problem und leicht zu lösen sei. Meine Wut auf Porsche ließ ein wenig nach aber trotzdem sagte mir eine innere Stimme „gib die Kiste zurück“ und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, warum ich dieser inneren Stimme nicht gefolgt bin. Des weiteren teilte mir der Mechaniker mit, dass die Kupplungsmitnehmerscheibe und –druckplatte deutliche Hitzespuren aufweisen und nicht dem Kilometerstand 8500 entsprechen würde. Meine Beteuerungen ich würde niemals mit schleifender Kupplung losfahren, wurden zwar erhört aber scheinbar nicht ganz so ernst genommen. Dass ich weder mit meinem 996 C2 (über 22000 km) noch mit meinem 993 Targa (16000 km) jemals ernsthafte Probleme mit erhöhtem Verschleiß der Kupplung gehabt hatte, schien niemanden zu interessieren. Obwohl sich diese Hitzeschäden vielleicht mit dem Fahren bei niedrigen Geschwindigkeiten im 6. Gang (durch den Getriebeschaden) und das dadurch bedingte Schleifenlassen der Kupplung erklären lassen konnten, verweigerte man mir die Übernahme der Kupplungsschäden durch die Gewährleistung, da „Porsche uns das niemals zahlen würde“. Na ja ... immerhin hat sich mein PZ wirklich Mühe gegeben, den Schaden schnell und ohne langes Hin- und Her zu beseitigen, wobei das Fahrzeug sehr schnell wieder fahrbereit war. Die Kupplungsmitnehmerscheibe und –druckplatte mußte ich aber, allerdings nur den Materialwert (hier der Dank an meinen „Teilemann“), trotzdem zahlen ... dafür dass ich am Getriebeschaden gänzlich unschuldig war, ein teurer 790 DM Spaß.

ObenUntenInzwischen ist mein Fahrzeug wieder OK, alle Schäden sind beseitigt und auch wenn die 790 DM einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen haben, so bin ich froh meinen C4 wiederzuhaben. Leider bleiben aber der Getriebeschaden und die Motorundichtigkeit weiterhin im Hinterkopf verankert und ein mulmiges Gefühl wird ab jetzt immer in meinem Porsche mitfahren, vor allem auf Auslandsfahrten. Nur zur allgemeinen Information ... das Fahrzeug ist ein Leasingfahrzeug aber hat einen Kaufwert von gut 206000 DM. Soviel zur Porsche Kulanz! Wenigstens war mein PZ so freundlich das Fahrzeug voll aufzutanken (ohne Berechnung, der Tank war fast leer) und es außen und innen gründlich kostenlos zu reinigen.

Ein Bekannter, er ist Ingenieur und hat auch einen Autosachverständigen als Freund, empfahl mir das Fahrzeug zurückzugeben, da solche kapitalen Mängel bei einem jungen Fahrzeug mit 8500 km nicht zu akzeptieren wären. Da ich aber weder einen Streit mit der PAG bzw. meinem PZ vom Zaune brechen, noch auf meinen Porsche verzichten will, habe ich mich auf das Wort meines PZ verlassen, dass das Fahrzeug wieder wie neu wäre. Sollte aber wieder ein kapitaler Defekt auftreten, dann überlasse ich die Sache meinem Anwalt und werde mich wohl der Marke Mercedes zuwenden. Ich habe weder die Zeit noch die Nerven mich weiter mit Porsche zu beschäftigen, zumal mich Porsche (und ich meine damit nicht nur die reinen Autokosten) sehr viel Geld gekostet hat und das kaum honoriert wurde. Ich erhalte pro Monat Dutzende von e-Mails mit „Hilferufen“ von Porsche Fahrern (nicht nur 996 Fahrer), die sich aufgrund meines Engagements im Internet in Sachen Porsche, auch auf einer bekannten von US 996 Eignern genutzten Diskussionsrunde, Hilfe und Tips von mir in Sachen ihres Porsche erhoffen, da sie vom Händler keine oder nur wenig Informationen bekommen. Alleine die Zeit, die für die Beantwortung und korrekte Recherche in Hinsicht dieser Anfragen verloren geht, obwohl ich es gerne mache, ist kaum abzuschätzen. Das wäre eigentlich die Aufgabe der Firma Porsche bzw. der Händler. 

ObenUntenMein Werksaufenthalt mit meinem ehemaligen 996 C2 war sehr kulant von der PAG und ich habe das sehr geschätzt (obwohl ich ja nicht schuld daran war und die Sache eigentlich als Selbstverständlichkeit zu sehen wäre) und mich deshalb ein zweites Mal für diese Automarke entschieden. Allerdings muss ich auch hier Kritik anmelden, denn als ich im Werk Anfang des Jahres wegen einer bei meinem Ex-C2 „angesengten“ Heckschürze anrief (die Hitzeisolierung eines Endrohres war scheinbar beschädigt), wurde meine Bitte nach einer Klärung abgelehnt und ich an das PZ München MAHAG verwiesen, obwohl ich dem Herrn bei der PAG darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich dort NICHT mehr Kunde wäre. Das schien den Herrn bei der PAG nicht zu beeindrucken (es war leider nicht mehr der sehr nette, kompetente und kulante Herr v. Dühren) „Sie müssen sich mit dem PZ München in Verbindung setzen, wir können da nichts machen.“ Als ich dem Herrn darauf aufmerksam machte, dass ich im PZ München weggegangen wäre, weil ich unzufrieden war, meinte dieser wiederum lakonisch „ich habe mir ihre Akte (!) angesehen, Sie müssen sich mit dem PZ München in Verbindung setzen.“ Ich wußte gar nicht dass ich eine „Akte“ bei der PAG habe, ich dankte dem Herrn und legte auf. 

ObenUntenDamit mein nächstes Fahrzeug wieder ein Porsche wird, muss sich die PAG mächtig ins Zeug legen. Ich habe jedenfalls so langsam die Schnauze voll und zwar gewaltig. Nur mein Verkäufer Herr Wirth hält mich noch bei der Stange. Aber wie lange seine Überzeugungskraft noch wirkt, wird wohl von der weiteren Zuverlässigkeit meines Fahrzeuges und dem Entgegenkommen der PAG abhängen. Meine Telefonnummer steht in meiner „Akte“!
 

Autor: Christian Grünberg

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