Bösen Überraschung...
Ein paar Tage nach dem heroischen Fahrbericht kam leider die böse
Überraschung:
Gegen 17 Uhr fahren ich und meine Frau von München kommend auf
der A8. Bei etwa 260 km/h mußte ich abbremsen, da sich ein Auto auf
der Überholspur befand und als ich bei etwa 180 km/h in den 5. Gang
und dann weiter herunter schalten wollte, kam ich aus dem sechsten Gang
nicht mehr heraus. Der Schreck war groß und bei einer solchen Geschwindigkeit
sicherlich nicht sehr erwünscht. Mit etwa 140 km/h fuhr ich auf der
rechten Spur weiter und versuchte alle paar Minuten aus dem 6. Gang in
eine niedrigere Gangstufe, ohne jede Gewaltaktion, zu schalten. Es war
nicht möglich, es gab auch keine merkwürdigen Geräusche
... es war so als ob ich keine anderen Gänge zur Verfügung hatte,
denn in der Schaltgasse ließ sich der Ganghebel bewegen, jedoch die
Gänge nicht einlegen.
 Da
ich bis zu unserem Haus noch ein paar Stadtampeln zu bewältigen hatte,
fragte ich mich bereits wie ich es anstellen sollte, an einer Ampel an
einer Steigung im 6. Gang anzufahren. Sehr angenehme Gedanken waren das
nicht, wie sich jedermann vorstellen kann. Ein paar Kilometer weiter ließen
sich ganz plötzlich die Gänge wieder ohne Probleme schalten,
als ob niemals etwas geschehen wäre. Nur nach und nach fiel mir dann
ein sehr leises metallisches Klacken beim Schalten auf, das allerdings
kaum wahrnehmbar war (meine Frau hörte z.B. nichts). Kurz darauf wurde
dieses metallische Klacken immer lauter und war dann nach einer kurzen
Weile sehr deutlich und lautstark wahrnehmbar, immerhin derart lautstark,
dass sich die Leute auf der Straße belustigt oder verärgert
nach uns umsahen. Ein paar Minuten später waren wir dann zu Hause
angelangt und meine Frau schwor, dass Sie sich nie wieder in einen Porsche
setzen würde, da sie es mit der Angst zu tun bekommen hatte. In diesem
Augenblick war ich auch so sauer, dass ich gedanklich schon bereits mit
der Rückgabe des Fahrzeuges an Porsche Leasing dachte, unter Inkaufnahme
aller Konsequenzen.
Nach dem ganzen Ärger mit meinem ersten 996 C2 war der C4 für
mich eine Art Neuanfang. Da ich nach über 8000 Kilometern im C4 auch
nicht das kleinste Problem hatte, war ich überzeugt die Qualität
bei Porsche würde endlich der Preisklasse entsprechen. Pustekuchen!
| Am Montag wurde mein Fahrzeug sofort nach meinem Anruf bei meinem PZ
(die waren entsetzt und keiner wußte dort so recht, was er sagen
soll) bei mir zu Hause abgeholt, da ich mit dem Fahrzeug nicht mehr fahren
wollte, obwohl der C4 noch fahrtüchtig war. Wenig später fuhr
ich dann auch ins PZ und ein Tag Arbeit und viel Geld, das mir niemand
ersetzt, waren verloren. Im PZ konnte man zuerst nichts feststellen, bis
das Getriebeöl abgelassen wurde. Im Öl fanden sich kleine schwarze
Plastik(?)stückchen und es war daraufhin eindeutig klar: es muss ein
neues Getriebe rein. |
Kein Kommentar!
|
 Mein
„Teilemann“ setzte sich sofort ans Telefon und etwa zwei Stunden später
war ein Getriebe organisiert, wobei ich darauf bestanden hatte (deshalb
auch die Wartezeit auf eine Rückantwort vom Werk) ein nagelneues Getriebe
und kein Austauschgetriebe zu erhalten. Nach dem Ausbau des Getriebes stellte
dann der Mechaniker auch noch einen undichten Motorsimmering/Kurbelwellendichtring
und eine weitere Undichtigkeit im Bereich des Motors fest. Für mich
war das ein Schock und ich war stinksauer! Die Leute in meinem PZ beruhigten
mich und teilten mir mit, dass dies kein gravierendes Problem und leicht
zu lösen sei. Meine Wut auf Porsche ließ ein wenig nach aber
trotzdem sagte mir eine innere Stimme „gib die Kiste zurück“ und ich
kann mich nicht mehr genau erinnern, warum ich dieser inneren Stimme nicht
gefolgt bin. Des weiteren teilte mir der Mechaniker mit, dass die Kupplungsmitnehmerscheibe
und –druckplatte deutliche Hitzespuren aufweisen und nicht dem Kilometerstand
8500 entsprechen würde. Meine Beteuerungen ich würde niemals
mit schleifender Kupplung losfahren, wurden zwar erhört aber scheinbar
nicht ganz so ernst genommen. Dass ich weder mit meinem 996 C2 (über
22000 km) noch mit meinem 993 Targa (16000 km) jemals ernsthafte Probleme
mit erhöhtem Verschleiß der Kupplung gehabt hatte, schien niemanden
zu interessieren. Obwohl sich diese Hitzeschäden vielleicht mit dem
Fahren bei niedrigen Geschwindigkeiten im 6. Gang (durch den Getriebeschaden)
und das dadurch bedingte Schleifenlassen der Kupplung erklären lassen
konnten, verweigerte man mir die Übernahme der Kupplungsschäden
durch die Gewährleistung, da „Porsche uns das niemals zahlen würde“.
Na ja ... immerhin hat sich mein PZ wirklich Mühe gegeben, den Schaden
schnell und ohne langes Hin- und Her zu beseitigen, wobei das Fahrzeug
sehr schnell wieder fahrbereit war. Die Kupplungsmitnehmerscheibe und –druckplatte
mußte ich aber, allerdings nur den Materialwert (hier der Dank an
meinen „Teilemann“), trotzdem zahlen ... dafür dass ich am Getriebeschaden
gänzlich unschuldig war, ein teurer 790 DM Spaß.
 Inzwischen
ist mein Fahrzeug wieder OK, alle Schäden sind beseitigt und auch
wenn die 790 DM einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen haben, so bin ich
froh meinen C4 wiederzuhaben. Leider bleiben aber der Getriebeschaden und
die Motorundichtigkeit weiterhin im Hinterkopf verankert und ein mulmiges
Gefühl wird ab jetzt immer in meinem Porsche mitfahren, vor allem
auf Auslandsfahrten. Nur zur allgemeinen Information ... das Fahrzeug ist
ein Leasingfahrzeug aber hat einen Kaufwert von gut 206000 DM. Soviel zur
Porsche Kulanz! Wenigstens war mein PZ so freundlich das Fahrzeug voll
aufzutanken (ohne Berechnung, der Tank war fast leer) und es außen
und innen gründlich kostenlos zu reinigen.
Ein Bekannter, er ist Ingenieur und hat auch einen Autosachverständigen
als Freund, empfahl mir das Fahrzeug zurückzugeben, da solche kapitalen
Mängel bei einem jungen Fahrzeug mit 8500 km nicht zu akzeptieren
wären. Da ich aber weder einen Streit mit der PAG bzw. meinem PZ vom
Zaune brechen, noch auf meinen Porsche verzichten will, habe ich mich auf
das Wort meines PZ verlassen, dass das Fahrzeug wieder wie neu wäre.
Sollte aber wieder ein kapitaler Defekt auftreten, dann überlasse
ich die Sache meinem Anwalt und werde mich wohl der Marke Mercedes zuwenden.
Ich habe weder die Zeit noch die Nerven mich weiter mit Porsche zu beschäftigen,
zumal mich Porsche (und ich meine damit nicht nur die reinen Autokosten)
sehr viel Geld gekostet hat und das kaum honoriert wurde. Ich erhalte pro
Monat Dutzende von e-Mails mit „Hilferufen“ von Porsche Fahrern (nicht
nur 996 Fahrer), die sich aufgrund meines Engagements im Internet in Sachen
Porsche, auch auf einer bekannten von US 996 Eignern genutzten Diskussionsrunde,
Hilfe und Tips von mir in Sachen ihres Porsche erhoffen, da sie vom Händler
keine oder nur wenig Informationen bekommen. Alleine die Zeit, die für
die Beantwortung und korrekte Recherche in Hinsicht dieser Anfragen verloren
geht, obwohl ich es gerne mache, ist kaum abzuschätzen. Das wäre
eigentlich die Aufgabe der Firma Porsche bzw. der Händler.
 Mein
Werksaufenthalt mit meinem ehemaligen 996 C2 war sehr kulant von der PAG
und ich habe das sehr geschätzt (obwohl ich ja nicht schuld daran
war und die Sache eigentlich als Selbstverständlichkeit zu sehen wäre)
und mich deshalb ein zweites Mal für diese Automarke entschieden.
Allerdings muss ich auch hier Kritik anmelden, denn als ich im Werk Anfang
des Jahres wegen einer bei meinem Ex-C2 „angesengten“ Heckschürze
anrief (die Hitzeisolierung eines Endrohres war scheinbar beschädigt),
wurde meine Bitte nach einer Klärung abgelehnt und ich an das PZ München
MAHAG verwiesen, obwohl ich dem Herrn bei der PAG darauf aufmerksam gemacht
hatte, dass ich dort NICHT mehr Kunde wäre. Das schien den Herrn bei
der PAG nicht zu beeindrucken (es war leider nicht mehr der sehr nette,
kompetente und kulante Herr v. Dühren) „Sie müssen sich mit dem
PZ München in Verbindung setzen, wir können da nichts machen.“
Als ich dem Herrn darauf aufmerksam machte, dass ich im PZ München
weggegangen wäre, weil ich unzufrieden war, meinte dieser wiederum
lakonisch „ich habe mir ihre Akte (!) angesehen, Sie müssen sich mit
dem PZ München in Verbindung setzen.“ Ich wußte gar nicht dass
ich eine „Akte“ bei der PAG habe, ich dankte dem Herrn und legte auf.
 Damit
mein nächstes Fahrzeug wieder ein Porsche wird, muss sich die PAG
mächtig ins Zeug legen. Ich habe jedenfalls so langsam die Schnauze
voll und zwar gewaltig. Nur mein Verkäufer Herr Wirth hält mich
noch bei der Stange. Aber wie lange seine Überzeugungskraft noch wirkt,
wird wohl von der weiteren Zuverlässigkeit meines Fahrzeuges und dem
Entgegenkommen der PAG abhängen. Meine Telefonnummer steht in meiner
„Akte“!
Autor: Christian Grünberg |
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