Porsche 944


Mit dem Porsche 944 durch Deutschland - Österreich - Norditalien

Routenlänge ca. 2.700 km

Ein Bericht von

Dipl.-Ing. (FH) Gerd Kebschull Gerd.Kebschull@t-online.de
Marita Kebschull
Es gibt ja Leute, die fahren mit einem zehn Jahre alten Auto nur noch bis ins Dorf - und andere die machen mit so einem Auto eine Tour, mit einer Entfernung von fast 3.000 km. Natürlich besteht hier ein kleiner Unterschied: Unser Porsche ist zwar fast 10 Jahre alt und hatte vor dem Start knapp über 225.000 km auf dem Tacho, aber es ist halt ein Porsche, und dem trauen wir so etwas zu!
Es war schon immer einmal unser Traum, mit einem tollen Auto einfach so ´draufloszufahren und irgendwann, wenn man keine Lust mehr hat, ein schickes Hotel anzusteuern. Unser Ziel sollte eigentlich der Gardasee sein, weil ich dort mit meiner damaligen Freundin (meiner jetzigen Frau) meine ersten Urlaub verbracht habe. Eigentlich wollten wir auch ein kleines Poster ins Auto hängen "Just (since 21 years) married", aber das haben wir uns dann doch "verkniffen". Aber auf der Tour sollte kein Streß aufkommen, auch mal ´runter von der Autobahn, einfach so am Rhein entlangfahren, nicht rasen sondern reisen - einfach genießen.
 
 
 

So war unsere erste Etappe auch nur bis zum Rhein (nähe Bonn), wo wir einen Freund besuchten und einen Internet-Zugang (via ISDN) eingerichtet haben. Am nächsten Tag führen wir bis Augsburg mit Übernachtung im Steigenberger-Hotel "Hotel drei Mooren" (***). Von hier aus war es nicht weit bis zum dortigen Porsche Zentrum, wo wir selbstverständlich Station machten.

Steigenberger Drei Mohren, Maximilienstr. 40, 86150 Ausgburg, Tel (0821-50 36-650, Fax 157864.

Dann ging es weiter nach Rosenheim, genauer nach Kolbermoor (mit Zwischenstop in München für Shopping) und Besuch bei Projekt Opel GmbH (Opel Tuning) und Lotec (Porsche-, Ferrari-Tuning). Bei Lotec konnten wir einen neuen Prototyp in der Entstehung "bewundern" - aber sonst war nicht viel los.

Am nächsten Tag ging es über die Grenze (die ja nun gar keine mehr ist) nach Österreich. (Bitte Vignette nicht vergessen!) Auch wenn man kaum Autobahn fährt, ist man plötzlich, denn wenn man nicht aufpaßt, doch auf der Autobahn. Das kleine "Plastik-Bapperl" kostet für neun Tage 11 Mark. In St. Michael haben wir es uns richtig gut gehen lassen (Hotel mit ****). Übernachtung mit erweiterter Halbpension für ca. 990 ÖS pro Person im Doppelzimmer. Aber es lohnt sich! Hier wird unauffälliger (man kann fast sagen gemütlicher) Luxus geboten, ohne daß es steif zugeht, exzellente Küche und unheimlich freundlicher Service, so etwas haben wir noch nirgends (auch nicht in Las Vegas, Hilton Flamingo (*****), Golden Nugget, um nur zwei zu nennen) erlebt.

Das Hotel ist für Porsche Clubs ein idealer Treff. Sauna, Schwimmbad, Ski, Golfplatz in der Nähe - alles perfekt. Ob der Parkplatz bewacht wird, haben wir leider nicht erfragt. Ach ja, erweiterte Halbpension heißt: Frühstücksbüffet (alles was zu einem grandiosen Frühstück gehört, ist zu bekommen), ab 16.00 Uhr gibt es die sogenannte Jause (Kaffee, Tee, Säfte, Kuchen - aber auch Suppen, Wurst, Käse usw.) also eine angenehme Stärkung, genau das richtige nach dem Skilaufen, Schwimmen, Golfen oder Wandern! Und abends entweder Büfett oder Dreigang-Menü nach Wahl.

Wellness Hotel (****) Eggerwirt, A-5582 St. Michael im Lungau, Tel. +432/64 77/22 4-0, Fax: 224-55, Tagespreis im Doppelzimmer incl. Erweiterter Halbpension öS ca. 830 bis 990, z.B. Golf TOTAL, 7 Tage incl. 6 Tage Greenfee 7.900 bis 8.900 öS. Weitere Agreements auf Anfrage.

Nur schwer konnten wir uns von St. Michael und dem tollen Hotel "trennen". Am übernächsten Tag ging es weiter Richtung Südtirol, genau nach „Sand im Taufers" und mit einem Abstecher nach Lappach. Hier ist wirklich das Ende der Welt. Die Straße hört einfach auf, eine ca. 10 Kilometer lange Sackgasse. Wir hatten einfach traumhaftes Wetter und der Porsche schnurrte nur so die Berge hinauf, aber nie mit Tempo sondern mit Genuß.

In Sand in Taufers hatten wir ebenfalls Glück mit dem Hotel und dem Wetter (zwar keine Sterne, siehe Bild links) aber sehr freundliche, neue Zimmer und die Wirtin hat sofort angeboten, uns für einen Tag in Halbpension zu nehmen. Da war die Frage nach dem Abendessen ebenfalls geklärt. Deftig und gemütlich, auch ein Viertele Tiroler Rotwein hat nicht gefehlt. Hier haben wir leider den Fehler gemacht und sind schon am nächsten Tag nach dem Frühstück abgereist. Espresso trinken bei strahlendem Sonnenschein, in einem Straßenkaffee in Sand ist einfach wunderbar.

Gasthof - Hotel Oberleiter, 39039 Villa Ottone / Gais (an der Hauptstraße vor Sand in Taufers), Tel 0474-597108, Übernachtung mit Halbpension umgerechnet 60,- DM/Person. Wer länger als drei Tage bleibt bekommt schon Rabatt!

Über den Brenner, Innsbruck, Mittenwald sind wir weiter nach Iffeldorf gefahren. Der kleine Ort liegt an den Osterseen nahe Pensberg (südlich Starnberger See, Autobahn München - Garmisch, Abfahrt Iffeldorf). Im Landgasthof Osterseen (***) haben wir uns noch einmal drei Tage verwöhnen lassen.

Landgasthoff Osterseen (***), 82393 Iffeldorf, Tel (08856) 1011, Fax: 9606, Doppelzimmer 182 bis 212 DM/Tag incl. Frühstücksbüfett. Tiefgarage auf Anfrage.

Mit etwas Wehmut haben wir nach neun Tagen den Heimweg angetreten, etwas versüßt, da das Wetter am Vortag (Ostersonntag) und am Reisetag eher mies war. Aber eins ist klar, es hat unheimlich Spaß gemacht - wirklich zu reisen, zu schauen, einfach Pause machen Espresso, Kaffee trinken, in guten Hotels logieren - es ist ein unheimliches Gefühl von Freiheit...
 


Zuletzt aktualisiert 15.04.98 (Neue Bilder 23.05.98) 24.09.98 Redaktionsbüro Kebschull