Motorsport Direktor Gerhard Berger:
'Wir sind sehr stolz auf unsere gesamte Mannschaft. Projektleiter
Dr. Ulrich Schiefer, Herbert Vögele, zuständig für den Motor,
Teammanager Charly Lamm und Chefingenieur John Russell sind ein Team mit
dem man jedes Match gewinnen kann. Mit diesem Sieg haben wir nicht nur
unser diesjähriges Motorsport-Ziel erreicht, sondern in den letzten
Monaten auch eine Mannschaft zusammengebracht, die auch für die Sportwagen-Einsätze
in Amerika einiges verspricht. Für unsere sechs Fahrer wurden wir
auch von der Konkurrenz bewundert. Sie haben keinen Fehler gemacht. Die
Ursache von Lehtos Unfall war ein Stabilisatorteil, das sich gelöst
und auf das Gasgestänge gedrückt hatte. JJ hatte keine Chance,
den Motor schnell genug abzustellen, um den Unfall zu verhindern. Er hat
sich dabei glücklicherweise nur eine Schnittwunde zugezogen, die vor
Ort behandelt werden konnte."
BMW Teammanager Charly Lamm: 'Dalmas, Martini und Winkelhock mußten
bis
zum Schluß kämpfen, weil ihnen der Toyota mit der Startnummer
3 im Nacken saß -
das Trio hat Nervenstärke bewiesen. Grundsätzlich haben wir
fast durchgehend alle
13 Runden getankt und alle 26 Runden Reifen und Fahrer gewechselt.
Ab ein Uhr in
der Nacht hatten wir für die Startnummer 17 kurzfristig die Strategie
geändert: Wir
sind schneller gefahren, weil wir den Toyota mit der Startnummer 2
abschütteln
wollten, und haben dafür in Kauf genommen, daß wir zweimal
bereits nach zwölf
Runden tanken mußten. Dann ist unser Verfolger allerdings verunfallt.
Daraus ergab
sich für die Nummer 17 mit Kristensen, Lehto und Müller ein
neuer Fahrplan: Wir
mußten nun mit unserem Vorsprung vernünftig umgehen. Das
haben unsere Fahrer
hervorragend gemacht - bis zu dem technischen Pech."
Pierluigi Martini #15: 'Es ist mein erster Le Mans-Sieg, ich
habe dafür wirklich
gekämpft. Die letzten Turns bin ich absolut am Limit gefahren,
um die Führung vor
dem Toyota zu behalten. Der Schlußspurt war sehr hart, aber die
Mühe wert."
Yannick Dalmas #15: 'Le Mans ist das tollste Rennen, das man
gewinnen kann. Mir
ist dies jetzt zum vierten Mal gelungen. Es hat sich wieder gezeigt,
daß in Le Mans
bis zum Schluß einfach alles passieren kann. Zuverlässigkeit,
Ehrgeiz und sehr
gutes Teamwork haben uns nach vorn gebracht."
Joachim Winkelhock #15: 'Das hätte ich mir nicht träumen
lassen - die Atmosphäre
hier ist einfach gigantisch. Ich bin zum zweiten mal da, habe in Spa
und auf dem
Nürburgring im Tourenwagen gewonnen, aber so etwas habe ich noch
nicht erlebt.
Da bekommt schier jeder eine Gänsehaut."
Jörg Müller #17: 'Es ist ein Jammer. Unser BMW lief
dermaßen toll, ich wollte
überhaupt nicht mehr aussteigen. Ich habe mich in diesem Team
und mit meinen
Fahrerkollegen unheimlich wohl gefühlt. Das Rennen wird mir trotz
des Ausfalls in
guter Erinnerung bleiben."
JJ Lehto #17: 'Ich war plötzlich Passagier. Dieser Defekt
war gemein - es war alles
so sorgfältig vorbereitet. Der Einsatz und der Sieg im März
bei den 12 Stunden von
Sebring hatten uns schon zusammengeschweißt und eingespielt.
Die Atmosphäre in
unserer Box war immer souverän und ausgeglichen."
Tom Kristensen #17: 'Es war ein tolles Rennen. Zeitweise haben
wir richtig
angegriffen, dann haben wir wieder zurückhaltend taktiert - jeden
Randstein
vermieden, so wenig und so früh wie möglich geschaltet und
uns aus allen Duellen
herausgehalten. Wir waren uns da auch untereinander immer einig, eine
wirklich gute
Truppe."
Der von Price+Bscher eingesetzte 98er BMW V12 Le Mans mit Bill
Auberlen/Thomas Bscher/Steve Soper kam auf Platz fünf ins Ziel.
Endergebnis:
| Pl |
Fahrer |
Fahrzeug |
Runden |
| 1 |
Winkelhock/Martini/Dalmas |
BMW V12 LMR |
366 Rd. (neuer Rekord) |
| 2 |
Katayama/Tsuchiya/Suzuki |
Toyota GT-One |
1 Rd zurück |
| 3 |
Pirro/Biela/Theys |
Audi R8R |
5 Rd zurück |
| 4 |
Alboreto/Capello/Aiello |
Audi R8R |
19 Rd. zurück |
| 5 |
Bscher/Auberlen/Soper |
BMW V12 LM 98 |
20 Rd. zurück |
| 6 |
Caffi/Montermini/Schiattarella |
Courage C52 |
23 Rd. zurück |
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