Hamburg - Anläßlich der Präsentation des sogenannten "Öko-Lupos" von VW in Göteborg schlägt Greenpeace Volkswagen eine Vergleichsfahrt vor. Öffentlich und unter Aufsicht unabhängiger Experten soll dabei ermittelt werden, welches Drei-Liter-Auto das sparsamste und umweltfreundlichste ist - das Drei-Liter-Dieselfahrzeug von VW oder das Drei-Liter-Benzinauto "Twingo SmILE" von Greenpeace.Der Twingo SmILE (SmILE steht für Small, Intelligent, Light, Efficient) von Greenpeace fährt seit mittlerweile drei Jahren mit
Unabhängig vom Ergebnis einer Verbrauchsfahrt kann der Lupo nach
Auffassung von Greenpeace kaum als "Öko-Auto" bezeichnet werden. Zum
einen hat VW ausgerechnet den umweltschädlichsten Kraftstoff ausgewählt.
Als Diesel stößt der Lupo krebserzeugende Rußpartikel
aus. Diesel-Abgase enthalten zudem wesentlich mehr Stickoxide, die Grundsubstanz
für Ozonsmog. Zum zweiten muß ein Spar-Auto erschwinglich sein,
wenn es von möglichst vielen Verbrauchern gekauft werden und dadurch
weniger spritsparende Fahrzeuge verdrängen soll. Der Lupo aber kostet
vermutlich über 8000 Mark mehr als das
Standardmodell - er wird zum Nischenprodukt, bei dem VW selbst mit
nur geringen Absatzzahlen rechnet. Dagegen erreicht der Twingo SmILE minimale
Verbrauchswerte mit einem Benzinmotor, ohne exotische Materialien und ohne
Mehrkosten bei der Herstellung. Das Entscheidende aber ist, daß die
SmILE-Technik auf alle gängigen Automodelle übertragbar ist.
Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck: "Es ist erstaunlich, daß
VW für sein sparsamstes Auto nicht die beste Spritspartechnik verwendet,
sondern auf die Diesel-Technik gesetzt hat. VW-Chef Piech hatte nur ein
Ziel im Auge: um jeden Preis die magische 3 vor dem Komma zu erreichen.
Das hätte er auch mit der effizienteren SmILE-Technik haben können.
Selbst die VW-Schwester Audi setzt auf geringeren Hubraum mit Aufladung
als zukunftsfähigste Technik - genau die
Technik, die im Twingo SmILE konsequent umgesetzt wurde. Nach den jahrelangen
Ankündigungen hätten wir von VW mehr erwartet."
Lohbeck weiter: "In Wolfsburg könnten schon heute nicht
nur ein 3-Liter-Lupo, sondern auch ein 4,5-Liter-Passat vom Band rollen
- und zwar als Benziner, nicht als noch umweltschädlichere Diesel.
Daß die Technik für halbierten Spritverbrauch vorhanden ist,
wissen auch die VW-Ingenieure. Es ist jedoch einfacher und vor allem billiger,
einen Vorzeige-Sparauto zu präsentieren und die Masse der Fahrzeuge
so weiter zu bauen wie bisher. Am Durchschnittsverbrauch der VW-Flotte
von rund 8 Litern wird der teure Spar-Lupo nichts ändern. Wir
brauchen keine Drei-Liter-Nischenfahrzeuge, wir brauchen Autos, die nur
noch die Hälfte verbrauchen."
Weitere Infos zum Greenpeace-Projekt unter http://www.greenpeace.de