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Nein!
Der 924 ist kein richtiger Porsche.
Die
Grundlage dieser Aussage ist einfach. Es gibt keinen Typ „924“ in den Konstruktions-
und Teileinformationen der Porsche AG. Entwickelt als Auftrag EA425 für
Volkswagen wurde der Wagen kurzfristig von Porsche ‚adoptiert’, als der
Serienbau vom Auftraggeber verworfen wurde. Um das Fahrzeug neben dem neuen
Porsche Typ 928 zu positionieren, wurde die Verkaufsbezeichnung 924 erfunden.
Intern wurde der ursprüngliche VAG-Code 477 beibehalten. Ein kurzer
Blick auf die Ersatzteillisten bestätigt dieses. Es gibt kein Ersatzteil
für den Typ 924 !
Dennoch
bildete dieses Fahrzeug die Basis für viele ‚richtige’ Porsche Typen.
Nach der Adoption betrachteten die Porsche Techniker das Kind mit anderen
Augen. Es gehörte nun zur Familie. Bereits 1979 wurde mit dem Typ
931 (924 turbo) der erste richtige Porsche der 924-Baureihe vorgestellt.
In
jener Zeit war bereits klar, dass man mit dem 928 das angestrebte Ziel,
den 911 abzulösen, nicht erreichen kann. Also steckte man alle Kraft
in den 924, um aus ihm eine Alternative zum 911 zu entwickeln. Auch sportlich
musste das Fahrzeug gleichwertig positioniert werden. Die Entwicklung des
Typ 937 (924 Carrera GT) führte zu einem weiteren großartigen
echten Porsche, der bereits beim ersten Auftritt 1980 in LeMans beachtliche
Erfolge einfuhr. Das bereits in der Entwicklung befindliche neue Triebwerk
auf Basis eines halben 928-Motors sollte mit Turboladung schließlich
den 911 in die Pension schicken.
Doch
durch den Eingriff der Familie Porsche wurde das Management abgelöst
und die Ablösung des 911 verworfen. Die Entwicklung wurde wieder auf
das alte Auto konzentriert.
Die
bereits getätigten Arbeiten beim 924 wurden jedoch noch verwendet.
Allerdings mit einer neuen Ausrichtung. Entgegen der ursprünglichen
Planung, den neuen Motor im Typ 944 in der schmalen Karosserie anzubieten,
kam der 944 (163 PS) in der Form des 924 Carrera GT auf den Markt. Ein
Schaf im Wolfspelz. Niemand konnte die technische Notwendigkeit der breiten
Kotflügel erklären. Der letzte 924 turbo (177 PS) kam gut ohne
aus und war dem 944 in jeder Hinsicht überlegen.
Der
ursprünglich geplante 944 kam einige Jahre später als 924 S auf
den Markt.
Trotz
der Sorge um die Zukunft des 911 wurde auch der Serienbau des geplanten
911-Killers freigegeben. Als Hightech Auto war der Typ 951 (944 turbo)
eine Sensation. Eine restriktive Preisgestaltung verhinderte den verdienten
Erfolg.
Zum
Ende des Lebenszyklussees der 924 Baureihe führte die Entwicklung
des 944 Nachfolgerszum letzten Typ
dieser Familie, dem 968. Auch die Techniker durften zum Schluss noch mal
zeigen, was möglich wäre, wenn man wollte: Der 968 turbo S war
1993 dem zeitgleich vorgestellten 993 wieder in jeder Hinsicht überlegen.
Aber es wurden nur 16 Stück produziert und 1995 endete die zwanzigjährige
Entwicklung des 924.
Der
924 war kein echter Porsche, aber er war die Basis für viele echte
Porsche. Im übrigen hat diese Frage nur historische Bedeutung – an
der unbestrittenen Qualität des Fahrzeugs ändert das alles nichts.